Was ein Jahresrückblick alles kann, habe ich erst beim Schreiben dieses Blogbeitrags erfahren. Klar habe ich mein Jahr immer reflektiert und mir ein paar Notizen gemacht. Was sollte besser laufen? Was war richtig gut? Diese Fragen habe ich bisher immer aus dem Gedächtnis beantwortet. Dieses Jahr ist es anders: Ich blätterte durch meinen Kalender und scrollte durch meine Fotos auf dem Handy. Es ist erstaunlich, wie viel sich da aufgetan hat. Ich hätte die Hälfte fast schon wieder vergessen oder verdrängt.

2021 war ein Jahr weiterer Umstellungen und des Aufstellens. Es war ein bisschen wie das Aufstellen einer schweren Statue. Sie wird aus der Waagerechten von der einen Seite mit einem Seil hochgezogen, von unten hochgehievt bis sie senkrecht steht. Vielleicht war es aber ein großer Schrank, den wir mit mehreren Personen an Ort und Stelle gebracht haben. Das passt wohl besser. Wer weiß, was aus dem noch alles heraus gepurzelt kommt.

2021 war für mich ein Jahr, in dem ich meine geschäftlichen Standbeine zurechtgerückt, umgestellt und aufgestellt habe. Dabei waren einige Fragen zu klären: Was kann ich selbst schaffen, was muss ich auslagern und vor allem: Was kann ich überhaupt schon auslagern? Zurück blicke ich mit einer großen Zufriedenheit. Auch wenn nicht alles 100%-ig glatt lief, gab es doch die eine oder andere Überraschung.

Ein Jahresrückblick.

Januar 2021: Was man im Lockdown halt so macht … Content creation

Im Januar war eines auf jeden Fall klar: Wir werden die meiste Zeit Zuhause sein, uns mit so wenigen Menschen wie möglich treffen und schauen, dass uns die Decke nicht auf den Kopf fällt. Was so viel hieß, wie: Such dir eine Beschäftigung, für die du sonst nicht so viel Zeit hättest und probiere Neues aus. Das habe ich auch gemacht.

Der Mann hinten im Video ist mein Freund Lars. Mit ihm habe ich ein kleines Musikprojekt gestartet und das Setting im Innenhof meines damaligen Medienatelier-Sitzes genutzt, um gemeinsam mit Tino Schlench, Gründer des Buchblogs Literaturpalast (wirklich sehr empfehlenswert), für BOOKS UP! (ein Projekt vom Literaturhaus Bonn) zu produzieren.

Ein Onlinekurs über onlinekurse

Die Idee, meine Beratungstätigkeiten in die Onlinewelt zu verlegen hatte ich schon länger. Ich hatte aber keine Ahnung, wie ich das bewerkstelligen sollte. Nachdem ich den ersten Lockdown 2020 in einer mittelgroßen Schockstarre war, habe ich im November 2020 beschlossen, dieses Unterfangen auf mich zu nehmen und buchte meinen ersten Kurs über Onlinekurse bei Caroline Preuss. Nachdem dieser fast durch war, holte ich mir weitere Hilfe für den Launch eines solchen Kurses. Dieses Mal fiel meine Wahl auf Sigrun. Sie ist beim Thema Launches und Online-Business einfach der Wahnsinn. Ich machte mich an die Arbeit und tatsächlich: zwei Monate später war es soweit.

Februar 2021: Launch des Medien-Kickstart Kurses

Mit den richtigen Tools im Gepäck launchte ich den ersten Testlauf meines Medien-Kickstart Kurses. 48 TeilnehmerInnen haben sich dafür angemeldet.

 

In den vier gemeinsamen Wochen gab es jeden Montag ein Video-Tutorial mit einem Mix aus Input und Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Mitte der Woche trafen wir uns in unserer Facebook-Gruppe, um Fragen zu beantworten.

Zwei Überraschungsgäste habe ich in den letzten beiden Wochen dazugeholt: Philipp Sturm verriet den TeilnehmerInnen, wie er ohne großer Reichweite mit innovativen digitalen Produkten höhere Umsätze erzielen konnte als mit seinem Printprodukt. Sebastian Esser, Gründer von Krautreporter und Steady, ließ uns hinter die Kulissen der Startup-Gründung blicken und teilte wertvolle Insights über den Aufbau einer monetär unterstützenden Community.

Vielen Dank dafür an dieser Stelle!

 

Das waren die Inhalte des Kurses für MedienmacherInnen:

-> Die Entwicklung eines Finanzierungskonzepts für das eigene Medium, um es durch Werbe- oder Sponsoringkooperationen monetarisieren zu können.

-> Schritt für Schritt erfuhren die TeilnehmerInnen, wie sie ihr Print- oder Online-Medium, ihren Podcast oder Social-Media-Blog für einen erfolgreichen Pitch bei einem potentiellen Werbe- oder Sponsoringpartner positionieren.

-> Sie erhielten einen Überblick darüber, welche Finanzierungsmöglichkeiten es für MedienunternehmerInnen gibt, die mit ihrem Vorhaben am Anfang stehen.

-> Die Entwicklung einer eigenen Strategie, die die TeilnehmerIn am schnellsten an ihr/sein festgelegtes Ziel bringt.

Zum Schluss wurde das wichtigste Tool für ein erfolgreiches Verhandeln erstellt: überzeugende Mediadaten.

Alex hat mir mit ihrem Kurs Medienkickstart einen besseren Überblick über meine Finanzierungsmöglichkeiten gegeben und hat mir geholfen, meine Einstellung zur Monetarisierung meines Medien-Startups zu überdenken. Ihre positive, frische Art macht Freude und motiviert sehr!

Christina Kaiser

Gründerin, My Giulia - Onlinemagazin für Optimistinnen

Die Idee, mein eigenes Business als Freelancerin um ein eigenes Medium zu erweitern, spukt mir schon seit ein paar Monaten im Kopf herum. Dank Alex Kurses habe ich eine viel konkretere Idee, wie ich damit auch Geld verdienen kann. Ich bin Journalistin mit PR-Erfahrung, und habe mich oft eher für letztere geschämt. Durch Alex Kurs weiß ich, wie man diese nutzen kann, ohne zu aufdringlich aufzutreten. Ich habe bereits nach der ersten Woche die ersten Schritte der Kontaktaufnahme mit möglichen Sponsoren gewagt. Ich fühle mich jetzt weniger als Träumerin, sondern noch viel mehr als Unternehmerin als vorher. Der Austausch in der Facebook-Gruppe brachte darüber hinaus spannende Kontakte.

Regine Glass

Journalistin & Bloggerin, Aus Versehen Schweden

Eine eigene Zeitschrift zu publizieren war für mich lange nur ein Traum. Mit dem Kurs von Alex habe ich den Fahrplan, um meinen Traum in die Realität umzusetzen. Von der Themenfindung bis zum kompletten Finanzierungsplan – alles drin. Absolute Empfehlung!

Katharina

Gründerin & SEO-Texterin, Schreibliebe

Februar & März 2021: Das Medienatelier wird sichtbar

Nich‘ lang schnacken, sondern machen. Im Machen bin ich gut. In Sachen eigener PR – geht so.

Deshalb bin ich umso dankbarer, dass mich drei großartige Frauen um ein Interview gebeten haben. Im Bild oben ist die Print-Fassung des Interviews im Rahmen der Reihe „Frauen in Medien“ zu sehen. Mit Sarah Wagner, die das Interview führte, hätte ich noch ewig weiter plaudern können. Nachzulesen ist das ganze Interview auch online in der Österreichischen HORIZONT.

Natalia Sadovnik von UnterEins.com war neugierig, wie sich das Gründen eines neuen Bezirksmagazins anfühlt, und welche Tipps ich für zukünftige GründerInnen von Medien habe.

Zum Interview auf UnterEins.com

Natalia Anders interviewte mich für die Reihe #Femspiration im Blog von meiner lieben Kollegin Jelena Pantić-Panić, bekannt als und von ihrer Community sehr geliebt: die Journo-Mentorin medien geil.
Wie es zu meinem eigenen Magazin kam, erfährst du in diesem Interview.

April: Hamburg calling

Weihnachten haben wir – aus uns allen bekannten Gründen – anstatt mit unseren Familien in Hamburg, zu zweit in Wien verbracht. Im April war es endlich soweit, das die Ansteckungszahlen so niedrig waren, dass wir ein Oster-Weihnachten in Hamburg verbringen konnten.

Es war das erste Mal, dass die Landungsbrücken so leer waren. Viel Platz zum Flanieren gab es, aber ich hoffe doch, dass uns diese Leere in Zukunft erspart bleibt.

Weiterbildung teil 2 & launch der 1:1 Intensivcoachings

Das Medienatelier hat seine Schublade verlassen. Mit dem Medien-Kickstart Kurs hatte ich eine gute Grundlage dafür geschaffen.

Mein nächstes Ziel war es aber ,die individuelle Betreuung von jungen Medien-Startups auszubauen. Mit Hilfe meiner Coachinggruppe, entwickelte ich ein Programm, das an den Medien-Kickstart Kurs anknüpfte und MedienmacherInnen, die ihr Projekt bereits betreiben, einen weiteren Boost verpasst.

Geboren ist das 1:1 Intensivcoaching für MedienmacherInnen, das zwischen 4 und 6 Wochen dauert und die aktive Umsetzung der erarbeiteten Monetarisierungsstrategie gefördert wird.

Auf der suche nach einem neuen lokal für das Medienatelier

Dass das Gebäude, in dem sich das alte Medienatelier befand, dem Bau neuer Wohnräume zum Opfer fallen würde, wusste ich bereits. Was ich aber nicht wusste: Es war nicht so leicht, eine schöne Location für das neue Medienatelier zu finden. Das Angebot ist teilweise wirklich unverschämt. (Ich weiß, es ist in Wien noch nicht so schlimm wie in anderen Städten.) Die Klitsche auf dem Bild zum Beispiel sollte 580 Euro kalt kosten. Der Haken: Wasser gab es mal, die Heizung geht auch nicht mehr und das WC ist nicht existent. Was das Lokal wohl warm kosten würde? Ach lassen wir das.

Mai: Der Ottakringer Flaneur flaniert wieder

Es ist kein Geheimnis, dass es (vor allem) lokalen Medien während der Lockdowns nicht gut ging. Einige von ihnen haben die Zeit nicht überlebt und wurden eingestellt.

Der Ottakringer Flaneur lebt inhaltlich vor allem vom gemeinsamen Erleben, von Events, von den Geschichten aus der Nachbarschaft und dem regen Treiben des Bezirks.

Die März- und Juni-Ausgabe ließ ich aufgrund der Coronasituation ausfallen und konzentrierte mich auf die Berichterstattung über Soziale Netzwerke (Wie im Bild: die Impression einer Antidemo zu einem Aufmarsch von Rechtsradikalen am 08. Mai 2021 zu sehen.), eine Ausgabe im Oktober und die Entwicklung von Formaten, die auch im Lockdown funktionieren würden. Darüber erzähle später noch mehr.

Juni 2021: Zweite Reise, zweite Impfung

Im Juni fiel mir ein richtiger Brocken vom Herzen. Mein zweiter Stich war erledigt und ich erledigte meine liebsten To-Dos: Mit den Öffentlichen über die Elbe tuckern & Fischbrötchen und Rhabarberschorle am Dock 10. Nice!

 

Das medienatelier hat ein neues Zuhause und ich einen großartigen Sparringpartner

Spread the word. Das hat bei mir jedenfalls funktioniert. Von meiner Suche nach einem neuen Lokal habe ich allen, ja wirklich allen erzählt. Plötzlich erhalte ich eine Nachricht von einer zukünftigen Kundin, die mir verrät, dass ein Geschäft bei ihr um die Ecke frei wird. Es hat keine drei Tage gedauert. Ich habe zugeschlagen.

Genau zu dieser Zeit telefonierte ich auch mit meinem Kollegen, Philipp. Der gleiche Philipp, der Gast im Medien-Kickstart Kurs war. Er war auf der Suche nach einem neuen Bpro für sich. A perfect match. Er ist nicht nur bester Büro-Buddy, sondern Sparringpartner und Freund.

Juli 2021: Neues Abenteuer im Media Innovation Lab

Die Arbeit mit Medien-Startups macht mir unfassbar viel Spaß. Das scheint sich doch herumgesprochen zu haben. Irgendwann im Frühjahr kontaktierte mich Markus Graf von der Wiener Zeitung und fragte mich, ob ich Lust hätte, bei dem Aufbau des Media Innovation Lab mitzumachen. Hallo? Ja, sicher habe ich Lust. Zack, war’s geschehen.

Mit dem großartigen Team starteten wir den Testlauf eines neuen Fellowships für Medien-Startups in Österreich. Hier zu sehen sind, neben CCO Markus Graf und CEO Martin Fleischhacker, die ersten drei Projekte: Nake, Alexandria & period.

Vom Media Innovation Lab wird es Anfang 2022 noch weitere News geben. Stay tuned für das nächste Fellowship 2022.

Was sind die spannendsten Innovationen in der Medien-Startup-Szene und wo sind die Trends? Im Medien-Innovations-Report 2021 durfte ich diese Fragen beantworten. Den ganzen Report mit spannenden Interviews, Beiträgen und Statistiken findet ihr hier: Medien-Innovations-Report 2021

Ausgabe #3 und ein Schaufenster für lokale Unternehmen – Ottakringer Flaneur

Mitte Oktober erhielten 60.000 Haushalte in Ottakring eine neue Ausgabe des Ottakringer Flaneur Magazins. Weitere 5.000 sind an umliegende Restaurants, Cafés und Orte mit Warteräumen verteilt worden. Wie bei den letzten Malen auch. Und doch war bei dieser Ausgabe einiges neu.

Auslagern: Bei dieser Ausgabe habe ich noch mehr Tätigkeiten ausgelagert. Wir haben zwei neue JournalistInnen willkommen geheißen und der Chefredakteur, Johannes Lau (Bild 4 & 5 in der Bildergalerie), hat so gut wie die komplette Produktion der Ausgabe übernommen. Es hat alles wunderbar funktioniert und ich konnte mich umso mehr um die Akquise und Entwicklung von neuen Kooperationen kümmern.

Der Ottakringer Flaneur wächst. Trotz Lockdown.

 

Oder vielleicht ein bisschen Dank Lockdown? Dieser hat mich nämlich dazu gezwungen, neue Produkte zu entwickeln, um lokalen Unternehmen während dieser schwierigen Zeit nützlich und erschwinglich zu sein.

Entstanden ist das virtuelle Schaufenster. Ein Unternehmensfinder für den 16. Wiener Gemeindebezirk, in dem sich die Nachbarschaft erkundigen kann, wie und wo man lokal einkaufen kann ohne ins Geschäft zu gehen.

Die Idee hat beim Launch 18 Unternehmen gefallen, die direkt Teil der Aktion geworden sind.

Die Ausgabe #3 zum Durchblättern

Pause in der pampa piú bella del mondo

Ein Freund von uns lud uns ein, ein paar Tage nach Italien zu fahren, um umliegenden Olivenbäume abzuernten, eigenes Öl pressen zu lassen und die umliegenden Städte, wie Assisi oder Perugia zu besichtigen.

Ein paar Tage in der Pampa war der Plan und der ging auf. Der Rest des Vorhabens eher weniger, da die Olivenbäume in diesem Jahr durch die Kälte im Frühjahr kaum Früchte trugen. Das – ganz ehrlich – störte mich nicht so sehr. Wir verbrachten ein paar wunderbare Tage in einem einsamen Haus auf einem Hügel, ernteten die wenigen Oliven ab, kauften uns frischgepresstes Öl vom Bauern, genossen Wein, Pizza, Porchetta und unternahmen einen Ausflug nach Assisi. Dufte. Oder besser: duftissimo.

November 2021: Abschlusscall im Media Innovation Lab und 2. Jahr Mediadaten-Workshop im FJUM

Der Testlauf des Media Innovation Lab musste zum Ende hin online stattfinden, was den Spaß und die gute Laune nicht hemmte. Nach acht intensiven Workshops entließen wir die Medien-Startups in die wohlverdiente Weihnachtspause. Ich bin extrem glücklich darüber, was sie auf die Beine gestellt haben!

Vier Hände voller Medienprojekte durfte ich dieses Jahr auch wieder bei der Masterclass Journalistische Innovation des Forum Medien und Journalismus Wien kennenlernen.

In meinem Workshop haben die TeilnehmerInnen Produkte für ihre Projekte entwickelt, diese bepreist und Mediadaten erstellt. Damit sind sie startklar für die Akquise von KooperationspartnerInnen. Es war ein großer Spaß!

Viel Erfolg allen bei der Umsetzung ihrer Strategien.

Kulturort wird abgerissen

Obwohl ich mich schon länger vom alten Medienatelier verabschiedet hatte, ging ich gerade in dem Augenblick daran vorbei, als es abgerissen wurde. Irgendwie schräg.

Die Steinergasse 8 war tatsächlich ein Ort, an dem viele kreative Selbstständige und UnternehmerInnen Platz hatten, wie der Biofisch mit seinen Fischbecken, die Strickdesignerin Veronika Persché oder meine ehemaligen Büro-Buddies und DokumentarfilmerInnen von „Once Upon A Time In Venezuela„.

In der riesigen Halle im Hof, die auch ganz oben in diesem Beitrag zu sehen ist, fanden Flohmärkte, Konzerte, Theateraufführungen und sehr lustige Parties statt. Ich werde mich gerne an die Zeit erinnern.

 

Ausblick 2022:

So sieht mein Jahresplan bisher aus. Links sieht man die Woche aufgeteilt in Stunden mit allen Tätigkeiten, die gemacht werden müssen, damit ich meine Ziele erreiche. Auf der rechten Seite befindet sich eine grobe Jahresübersicht.

Liste mit Projekten, die ich im Jahr 2022 umsetzen möchte:

  • Eine neue Runde des Medien-Kickstart Kurses
  • 2 – 4 Ausgaben vom Ottakringer Flaneur
  • Nicht mehr als zwei 1:1 Intensivcoaching-Gruppen gleichzeitig
  • Drei Wochen Sommerurlaub irgendwo in der Pampa
  • Erster Batch des neunmonatigen Fellowship im Media Innovation Lab
  • Eine Mastermind für fortgeschrittene Coachees für einen regelmäßigen Austausch

Mein Jahresmotto: Ausdauertraining.

 

zu guter letzt: ein paar outtakes 2021 und guten Rutsch!

Super. Es hat funktioniert!