Ausruhen ist genauso wichtig, wie der Sprint

Warum ich dir das erzähle ...

Zu denjenigen, die gut darin sind, sich Zeit für sich zu nehmen, gehöre ich nicht. Gelegenheiten dazu gäbe es durchaus immer wieder. Wochenenden, Feiertage, Urlaube, Lockdowns …

Als ob mir die Zeit davon liefe, nutzte ich jede Sekunde, um meine Ideen voranzubringen. Ursprünglicher Plan: Mein Medienprojekt aufbauen, ein Jahr später skalieren, nebenbei coachen und beraten, noch weiter skalieren … das alles in zwei Jahren.

Das funktionierte in meinem Kopf so lange gut, bis ich nach meinem allerersten Printlaunch gemerkt habe, dass ich mein Tempo nicht halten konnte. Ich hing meinem Plan hinterher und mein Gehirn betete unaufhörlich To-Do-Listen herunter.

Vielleicht kennst du das. Ich hoffe nicht. 😉 Falls aber doch, dann sage ich dir, wie ich es nun immer besser schaffe einen Cut nach der Action zu machen.

Tipps für den cut nach der Action

1. Da muss was rein, damit was gutes wieder rauskommt.

Damit das Gehirn etwas herausragendes leistet, braucht es Platz für Neues. Es kann nicht ständig nur produzieren. Meines zumindest nicht. Das Niveau nimmt ab und ich fange manchmal an, mich im Kreis zu drehen. Eindrücke, Informationen und Erfahrungen brauchen etwas Zeit. Tatsächlich gehe ich, um meinem Kopf Raum zu geben gerne spazieren. Selber Pizza machen, fand ich auch nicht schlecht.

2. Die ruhe nach dem sprint

Am Ende einer Sprintphase – so nenne ich die Wochen vor dem Launch einer Printausgabe, einer Content-Reihe o.Ä. – holst du alle deine Reserven heraus, um mit voller Kraft voraus über die Ziellinie zu sprinten. Das machen MarathonläuferInnen auch. Was sie aber auch machen ist: Sie nehmen sich in der Regel mindestens 72 Stunden Zeit, um dem Körper die notwendige Regeneration zu ermöglichen. Da kann man sich was von abschauen und auch Pause machen. Ohne schlechtes Gewissen.

3. alles auf einmal geht nicht

Haben wir alle schon einmal gehört. Machen wir es trotzdem besser? Nö.

Mein Learning: Ich plane Auszeiten direkt in meinen Jahresplan ein. Kommt ein Launch, dann folgen darauf ein paar Tage Fun. Andersherum: Ist kein Urlaub in Sicht, plane ich weniger ein. Sofern es geht natürlich.

  • Mittagsschläfchen 80% 80%
  • Leckeres Essen 90% 90%
  • Aktivitäten? Nur das, was Spaß macht. 20% 20%
  • Gute Gesellschaft 100% 100%

Es waren nur sechs Tage, die ich im wunderschönen Umbrien verbracht habe. Auf dem Terminplan standen nur wenige Punkte: ein paar Oliven ernten, wenn Lust dazu. Einen Abstecher nach Assisi machen. Pasta mit Wildschwein-Ragout und Trüffeln essen, Wein trinken, Mittagsschläfchen einlegen, Zeit mit lieben Menschen verbringen.
Abgehakt.