7 Tipps

Es sind nun zwei Jahre seit der Gründung meines Unternehmens Flaneur Media vergangen.

Was mit einem Instagram-Account gestartet ist, ist heute ein Verlag, ein Coaching-Business und eine Anlaufstelle für Medienmacher:innen mit kleinen und großen Projekten.

Klingt super, oder?

War das von Anfang an der Plan? Ja.

Hat alles von Anfang an funktioniert? Nein.

In den letzten zwei Jahren habe ich unfassbare Höhen, aber auch unerwartete Tiefen erlebt.
​Ich ziehe vor allen, die es geschafft haben, sich ein eigenes Unternehmen aufzubauen, meinen Hut! Was du erlebst, ist manchmal eine richtige Achterbahn.

In diesem Blog-Beitrag möchte ich einige meiner Erfahrungen aus den ersten zwei Jahren der Flaneur Media teilen. Vielleicht helfen sie dir ja beim Aufbau deiner Projekte, deines Unternehmens.

1. Stehe zu deiner Idee

„Das gibt es aber nirgendwo. Wie soll denn das funktionieren? Lass das mal, das wird ja eh nichts. Such dir lieber was Richtiges mit Festanstellung.“ Diese und viele ähnliche Sätze hörte ich von allen Seiten. Vor allem, von vielen aus meinem engsten Umfeld. Ich wusste, was ich machen möchte. Trotzdem haben diese Sätze Zweifel hervorgerufen. Sie machten es sich in meinem Kopf regelrecht gemütlich.

Was ist, wenn das alles nicht funktioniert?

Der Auslöser, es trotzdem zu versuchen, war folgender Gedanke: Ich stellte mir vor, dass ich 60 Jahre alt bin und auf diesen Moment zurückblicke. Würde ich es bereuen, es nicht versucht zu haben? Aber hallo!

Ich bin mein Konzept mehrmals durchgegangen, testete meine Themen auf Instagram, um Feedbacks von User:innen einzuholen und ging einfach auf den Markt los.

Das heißt, ich bin mit meinem Konzept zu potentiellen WerbekundInnen gegangen und habe nach Förderungen gesucht, die mich in Sachen Finanzierung weiterbringen. Das Ergebnis? Es hat funktioniert und die Neinsager wurden ganz schnell zu „Wow“-Sagern.

2. Der Erfolg über Nacht? B*******! 

Einer der größten Mythen überhaupt: Die größten Unternehmer:innen haben Jahre gebraucht, um über Nacht erfolgreich zu sein.

Die Anlaufzeit, die ein stabiles Unternehmen braucht, habe ich persönlich unterschätzt. Als die ersten Einkünfte kamen, war ich zuversichtlich, dass alles glatt geht.

Naja. Und dann kam Corona. Gewisse Geschäftsbereiche lagen still und ich musste umplanen. Das einzig gute daran war, dass ich noch keine festangestellten MitarbeiterInnen hatte, sodass mir das Kürzen von Arbeitsstellen erspart blieb.

3. Nebenjobs zu machen ist keine Schande

Genügend KundInnen zu haben, dank denen die Umsätze hoch genug sind, um vom eigenen Unternehmen leben zu können, ist der Traum von allen, die sich selbstständig machen. Diese Kundenbeziehungen aufzubauen, dauert aber seine Zeit.

Die Sache ist die: Es ist ein Teufelskreis.

Wenn du nicht genug Kund:innen hast, die dir die notwendigen Umsätze bringen, dann wächst der Druck. Logisch. Und nein, du bist nicht zu weich, weil du Druck, mehr Umsätze zu generieren, verspürst. Es ist tatsächlich normal.

Dieser Stress kann blockierend sein und Kund:innen spüren das. Frag mich nicht wie. Es muss etwas in der Stimme sein. Sie spüren deinen Druck, schnell Umsätze zu generieren zu müssen, folgen ihrem Instinkt und warten mit ihrer Kaufentscheidung.

Das Ergebnis? Panik.

Damit dir das nicht passiert, möchte ich dir folgendes mitgeben: Gerade am Anfang, wenn du dein Business aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln aufbaust, ist es mehr als OK, wenn du einen Nebenjob hast, der dir die Miete zahlt. Es ist kein Scheitern, sondern Vernunft.

Ich habe das über die Corona-Zeit auch gemacht und konnte gelassen weiter an meinem Geschäft arbeiten. Solange, bis ich den Job nicht mehr brauchte.

4. Nicht alle sind für die Selbstständigkeit gemacht 

In meinem Bekanntenkreis habe ich einige Personen, die sich Selbstständig gemacht haben. Einige davon mit sehr großem Erfolg. Sie machen – ja, das ist wirklich wahr – Millionenumsätze in der Medienbranche.

Andere wiederum haben festgestellt, dass das Leben als Selbständige:r nicht so rosig ist, wie sie es sich vorgestellt haben. Sie sind mit einer Festanstellung glücklicher und können ihre Leidenschaften nebenbei weiterverfolgen.

Ist das schlimm? Nein. Ganz im Gegenteil: Während des Aufbaus deines eigenen Unternehmens lernst du dich selbst am besten kennen. Umso schneller du feststellst, dass das eigene Business nichts für dich ist, desto besser.

Wenn du den Wunsch hast, ein eigenes Projekt zu starten, mache es unbedingt. Es nicht versucht zu lassen, könnte dich später ärgern und du wirst nie wissen, ob es nicht doch hätte gelingen können.

Step by step. Wenn es nicht funktioniert, dann weißt du es halt. So what!

5. Behalte dein Ziel vor Augen

Mit allen meinen Coachees mache ich zu Beginn unserer Arbeit folgende Übung: „Bestimme Dein Warum.“

Wir besprechen, was einen dazu treibt, ein eigenes Medienprojekt zu starten. Was soll der Content, der produziert wird, bei den Rezipient:innen auslösen? Soll es Einstellungen verändern, informieren oder einfach nur Spaß machen?

Diese Übung ist meiner Meinung nach eine der Wichtigsten und ich sage dir jetzt warum: Auch Jahre nach der Gründung des eigenen Medienprojekts kommt es zu Flauten, Durststrecken oder Momenten, bei denen man glaubt, man wirft das Handtuch.

In diesem Moment kommt dein „Warum“ ins Spiel. Dein ursprüngliches Warum bringt dich wieder an den Startpunkt zurück. Du wirst dich daran erinnern, was dich dazu getrieben hat, dein Projekt zu starten.

Vielleicht hattest du die Nase voll, von deiner Chefredaktion, die deine Themen für „nicht relevant“ hielt. Vielleicht hast du gesehen, dass dein Thema in der Gesellschaft unterrepräsentiert war oder, vielleicht wolltest du ein Stück dieser Welt durch deine Kreativität verändern.

Wenn du dir dein „Warum“ noch nicht aufgeschrieben hast, dann tue das jetzt. Dein „Zukunfts-Ich“ wird dir dankbar sein.

6. Geduld und Ausdauer

Gerade bei der Akquise von Finanzierungspartnern stehen Absagen und unzählige Neins auf der Tagesordnung. Lass dich davon nicht abhalten. Bleibe dran und rede mit deinen potentiellen Partnern, auch wenn sie dir abgesagt haben. Frage nach, warum sie in dein Projekt nicht einsteigen möchten. Sei geduldig, spreche mit so vielen Partnern wie möglich. Denn nur von ihnen bekommst du echtes Feedback und erfährst, was du tun kannst, um sie für dich zu gewinnen.

7. Spring!

Warte nicht, bis du bereit bist, dein Medienprojekt zu starten oder den nächsten Schritt zu gehen. Du wirst nie zu hundert Prozent vorbereitet sein. Unser Gehirn ist manchmal ein Biest. Wir stellen uns alle möglichen Pannen und Hürden vor, die meistens sowieso nicht eintreffen.

Deshalb: Mache, wachse, lege los.

Setze dir strategische Ziele, arbeite sie Schritt für Schritt ab und sei geduldig. Lasse deine Ideen nicht in der Schublade liegen. Dafür sind sie zu gut.

Du wirst sehen, wie viel Energie es dir gibt, wenn du deine Vorhaben nach und nach erreichst.

Denn: Auch wenn ich mir manches schneller, größer und besser vorgestellt habe, so muss ich sagen, dass ich verdammt stolz bin, was in den letzten zwei Jahren entstanden ist. Anderen dabei zu helfen, ihre eigenen Ziele mit ihren Medienprojekten zu erreichen macht mich durch diese Erfahrungen noch glücklicher.

Ich hoffe, dass dir der eine oder andere Tipp weiterhilft und wünsche dir allen Erfolg, den du dir für dein Medienprojekt wünschst.

Deine Alexandra

 

P.S. Am 10.06.2021 um 18 Uhr findet mein kostenloser Workshop  „Die häufigsten Fehler von Publishern und wie du sie vermeidest.“ statt.

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